„Made like a gun“: die Anfänge in England
Wer an
Motorradreisen in Indien denkt, denkt an die Royal Enfield. Dabei beginnt ihre Geschichte in England: 1891 wird in Redditch, südlich von Birmingham, die Enfield Manufacturing Company gegründet. Sie baut Fahrräder und liefert Präzisionsteile an die königliche Waffenfabrik im Londoner Vorort Enfield. Daher stammen der Name und der Slogan „Made like a gun“, gebaut wie ein Gewehr.
1898 entsteht ein erstes motorisiertes Vierrad, das „Quadricycle“, und 1901 baut Royal Enfield sein erstes Motorrad. 1912 folgt ein V-Zweizylinder mit Beiwagen, der im Ersten Weltkrieg in großer Zahl an die britische Armee und ihre Verbündeten geliefert wird.
1932: die Geburt der Bullet
1932 stellt Royal Enfield auf der Motorradausstellung im Londoner Olympia ein Modell vor, das die Marke bis heute prägt: die Bullet, ein sportlicher Einzylinder. Sie gewinnt Trial-Wettbewerbe und wird zum Maßstab für robuste, einfache Motorräder. Im Zweiten Weltkrieg entwickelt das Werk leichte Maschinen für die Armee, darunter die 125er „Flying Flea“, den „fliegenden Floh“, der mit Fallschirmjägern abgeworfen werden kann.
Von Redditch nach Madras
Ende der 1940er-Jahre gehen die ersten Royal Enfield nach Indien. Die indische Armee und Polizei setzen auf die 350er Bullet, und 1955 gründet Royal Enfield mit dem indischen Partner Madras Motors das Unternehmen „Enfield India“, das die Bullet in Madras, dem heutigen Chennai, in Lizenz baut.
In England entstehen in den 1960er-Jahren Zweizylinder wie die Constellation und die Interceptor, vor allem für den amerikanischen Markt. Doch die britische Motorradindustrie gerät in die Krise: Das Werk in Redditch schließt 1967, und 1970 endet die Produktion in England. In Indien dagegen läuft die Bullet weiter vom Band, fast unverändert, und wird auf den Straßen des Subkontinents zur Legende.
Royal Enfield heute: in Chennai zu Hause
1994 übernimmt die indische Eicher-Gruppe Enfield India, das Unternehmen trägt wieder den Namen Royal Enfield. Es folgt eine lange Modernisierung, und die Marke erfindet sich neu, ohne ihren Charakter zu verlieren:
- 2016 kommt die Himalayan, das erste Adventure-Motorrad der Marke, gebaut für Pisten und große Höhen.
- 2018 folgen die Zweizylinder Interceptor 650 und Continental GT 650.
- 2021 erscheint eine komplett neue Classic 350.
- 2023 kommt die Himalayan 450 mit einem neuen, flüssigkeitsgekühlten Motor.
Heute gilt Royal Enfield als eine der ältesten Motorradmarken der Welt, deren Produktion nie unterbrochen wurde. Die Bullet wird noch immer gebaut, und die Marke verkauft ihre Motorräder in über 60 Ländern.
Royal Enfield und Vintage Rides
Vintage Rides ist 2006 aus einer Royal Enfield entstanden: Auf einer Bullet 500 durchquerte unser Gründer Alexandre Zurcher zum ersten Mal Indien. Seitdem ist die Royal Enfield das Motorrad aller unserer Reisen, weil sie einfach, robust und überall zu reparieren ist, und weil ihr klassischer Look unterwegs die Türen öffnet.
Heute fährst du bei uns je nach Reise die Classic 350, leicht und wendig auf den kleinen Straßen Südindiens, Sri Lankas oder Thailands, oder die Himalayan 411 und 450 auf den Pisten des Himalaya, der Mongolei, Marokkos und der Anden. Entdecke unsere
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